In einem Vortrag, der so viel mehr als nur wissenschaftliche Fakten vermittelt, entfaltet Dr. med. Ursula Bellut-Staeck ein brisantes Thema, das uns alle angeht: die potenziellen Gesundheitsrisiken von Windkraftanlagen. Ihre Worte in Baden-Baden, gehalten im November 2023 auf Einladung einer Bürgerinitiative, hallen nach und fordern unsere Aufmerksamkeit.

Die Unsichtbare Bedrohung: Infraschall

Dr. Bellut-Staeck legt dar, dass Windkraftanlagen nicht nur hörbaren Lärm, sondern auch Infraschall emittieren. Diese niedrigfrequenten Schallwellen sind für uns unsichtbar und unhörbar, aber, wie die Ärztin eindrücklich darlegt, möglicherweise nicht harmlos. Tieffrequenzen sind nach ihren Worten „nicht kompatibel mit Organismen“, ein alarmierender Gedanke, der uns alle betrifft.

Wissenschaftliche Studien – Warnsignale?

Die Grundlage ihrer Ausführungen bilden verschiedene wissenschaftliche Studien, unter anderem eine Veröffentlichung in der medizinischen Zeitschrift „ASU“. Diese legen nahe, dass die Auswirkungen von Infraschall, insbesondere von Windkraftanlagen, in Politik und Öffentlichkeit stark unterschätzt werden. Symptome wie Durchblutungsstörungen in kleinen Blutgefäßen, entzündliche Reaktionen und Herzschwäche werden bei Menschen, die in der Nähe solcher Anlagen leben, gehäuft beobachtet.

Ein Fehltritt der Behörden?

Das Umweltbundesamt, so kritisiert Bellut-Staeck, macht einen „entscheidenden Fehler“ in der Bewertung der Schallpegel von Windkraftanlagen. Die Behörde orientiert sich an der Hörschwelle und vernachlässigt, dass der gesamte Körper Schall und Vibration aufnimmt. Hier wird ein enormes Wissensdefizit deutlich, das weitreichende Konsequenzen haben könnte.

Das Endothelium – Ein riesiges Organ

Besonders aufschlussreich ist Bellut-Staecks Hinweis auf das Endothelium, ein riesiges Wahrnehmungsorgan, das aus Endothelzellen der kleinen Blutgefäße besteht. Diese Erkenntnisse sind relativ neu und weitgehend unbekannt, was die Dringlichkeit unterstreicht, mit der wir uns diesem Thema widmen müssen.

Der Nobelpreis für Medizin als Indikator?

Interessant ist auch der Verweis auf den Nobelpreis für Medizin 2021. Forscher Ardem Patapoutian entdeckte die PIEZO-Kanäle, die als Rezeptoren in Endothelzellen und Haut agieren. Dies stützt die These, dass unser Körper Schall und Vibrationen nicht nur über das Ohr wahrnimmt.

Widersprüchliche Sichtweisen

Während das Umweltbundesamt bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis für die schädlichen Auswirkungen von Infraschall durch Windkraftanlagen sieht, fordert Bellut-Staeck eine Neubewertung der aktuellen Erkenntnisse. Sie appelliert an die Behörde, die neuen medizinischen Forschungsergebnisse ernst zu nehmen und in ihre Bewertungen einzubeziehen.

Ein dringender Appell

Dr. Bellut-Staecks Vortrag ist mehr als nur ein wissenschaftlicher Beitrag. Es ist ein dringender Appell an uns alle, sich mit den potenziellen Risiken der Windkraft auseinanderzusetzen und die Gesundheit der Menschen nicht den Interessen der Energiepolitik zu opfern. Ihre Forschung beleuchtet eine dunkle Seite der Energiewende, die wir nicht ignorieren dürfen. Es geht um unsere Gesundheit, unsere Umwelt, unser Leben. Wir müssen handeln, bevor es zu spät ist.

Verunreinigte Luft ist der größte Feind unserer Gesundheit. Dagegen sind Alkohol und Rauchen geradezu „Waisenknaben“. Das Institut für Energiepolitik der Universität Chicago (EPIC) hat Ende August 2023 eine Studie zu diesem Thema veröffentlicht, in der die beteiligten Wissenschaftler zu dem Ergebnis kommen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen um mehr als zwei Jahre steigen würde, wenn überall auf der Welt die Grenzwerte für die Feinstaubbelastung in der Luft, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen werden, eingehalten werden würden. Am weitaus schlimmsten ist die Luftqualität in Südasien.

Feinstaub ist eine Folge von Waldbränden und eine Begleiterscheinung von Fahrzeug- und Industrieabgasen. Er bewirkt drastische Zunahmen bei Lungen- und Herzerkrankungen, Krebs und Schlaganfällen. Alle Jahre wieder gibt EPIC den „Air Quality Life Index“ (AQLI) aus, der aufzeigt, dass Feinstaub die Lebenserwartung der Menschen weltweit im Durchschnitt um 2,3 Jahre verkürzt, Tabakkonsum raubt uns 2,2 Jahre und Mangel- beziehungsweise Unterernährung schneidet circa 1,6 Jahre von unserem Lebensfaden ab.

Die von Feinstaub am meisten belasteten Länder befinden sich in Südasien. Die Berechnungen des EPIC ergaben zum Beispiel in Bangladesch eine 15-fache Überschreitung des von der WHO ausgegebenen Grenzwertes für Feinstaubbelastung. Könnte man dort eine Einhaltung des Grenzwertes umsetzen, würde sich die Lebenserwartung der Einwohner von Bangladesch sogleich um fast sieben Jahre erhöhen.

Die weltweit am stärksten verschmutzte Megacity ist die indische Hauptstadt Neu-Delhi. Sie erreicht gleich eine mehr als 25-fache Überschreitung des WHO-Grenzwertes.

Vor gut zehn Jahren haben die Chinesen das Problem endlich eingesehen und der Luftverschmutzung mit bemerkenswertem Erfolg den Kampf angesagt. Seit 2013 konnte die Luftverschmutzung in China um immerhin gut 42 Prozent gesenkt werden und hat nun ein Niveau erreicht, das den Grenzwert „nur“ noch um das Sechsfache übersteigt.

Auch die USA und Europa können nennenswerte Erfolge im Kampf gegen die Luftverschmutzung verzeichnen. Doch dies sei alles „für die Katz“, wenn es aufgrund des Klimawandels mit der Zunahme großflächiger Waldbrände so weitergeht und die Menschheit kriegerische Auseinandersetzungen einer funktionierenden Diplomatie vorzieht.

Klimatische Auswirkungen von regelmäßig erhöhten Feinstaubkonzentrationen

Wenn es in einer Region immer wieder zu drastisch erhöhten Feinstaubkonzentrationen kommt, hat dies sowohl lokale als auch globale Auswirkungen auf das Wetter und das Klima. Zunächst einmal wird durch den sogenannten Smog die „Durchsichtigkeit“ der unteren Troposphäre stark beeinträchtigt, was zum einen eine erhebliche Gesundheitsgefahr birgt und zum anderen ganz allgemein die Lebensqualität deutlich herabsetzt.

Wenn zum Beispiel bei herbstlicher Wetterlage eine Temperaturinversion entsteht, befindet sich warme Luft wie ein „Deckel“ über kühlerer Luft beziehungsweise die etwas schwerere kalte Luft kraucht langsam unter eine Warmfront, was dem normalen Zustand in der Troposphäre widerspricht. Bei dieser durchaus häufigen Wetterlage können die Schadstoffe nicht weiter in die Stratosphäre aufsteigen und konzentrieren sich immer stärker in den unteren Luftschichten.

Feinstaub beeinflusst im Sinne von Kondensationskeimen auch die Wolkenbildung und somit die Niederschläge. In der Folge kann es zu ganz ungewöhnlichen Zeiten und an ansonsten eher trockenen Orten zu plötzlichen Starkregenereignissen kommen, die große Schäden anrichten und sogar Todesopfer fordern können.

Globale klimatische Auswirkungen von Feinstaub

Feinstaubpartikel in der Atmosphäre bilden eine gewisse Barriere und damit einen effektiven Filter für die Sonnenstrahlung, was in Bodennähe zu einer Abkühlung führt. Dieses sogenannte „global dimming“ ändert insgesamt die Albedo-Eigenschaften des Planeten Erde.

Aufgrund der vom Feinstaub initiierten Wolkenbildung und der sich daraus ergebenden Niederschlagsmuster kann die atmosphärische Zirkulation stark verändert werden und zu ungewöhnlichen Verlagerungen von Hoch- und Tiefdruckgebieten führen, was ganz und gar andere Strömungsverhältnisse, Dürren oder Starkregen zur Folge haben kann.

Feinstaubpartikel können innerhalb der Atmosphäre bestimmte chemische Reaktionen auslösen oder fördern, die einen schädlichen Einfluss auf die Ozonschicht haben. Dies wiederum kann die UV-Strahlung in Bodennähe so intensivieren, dass es die Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringt und die Lebewesen einschließlich des Menschen direkt gefährdet.

Feinstaubpartikel können extrem weite Strecken in der Atmosphäre zurücklegen und so den gesamten Globus einhüllen. Nach längerer Zeit führen sie zu giftigen Ablagerungen auf der gesamten Erdoberfläche, wobei der Boden, das Wasser und die Ökosysteme in Mitleidenschaft gezogen werden. Geologen können so zum Beispiel besondere Sedimentschichten aufgrund lange zurückliegender Ausbrüche von Supervulkanen relativ genau datieren.

Die Auswirkungen erhöhter Feinstaubkonzentrationen auf das Wetter und das Klima sind insgesamt sehr komplex und daher noch immer Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung. Klar ist aber schon lange, dass es in unserem eigenen Interesse liegt, die Quellen von Feinstaubemissionen möglichst vollständig zu eliminieren, um so mittel- und langfristig zur Verbesserung der Luftqualität und zur Stabilisierung des Klimas beizutragen.


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Dieser Beitrag wurde am 26.09.2023 erstellt.

Eine relativ aktuelle Recherche von ZEIT und The Guardian führt zu der Erkenntnis, dass 90 Prozent der von Verra für die CO2-Kompensation ausgelobten Waldschutzprojekte nahezu wirkungslos sein könnten.

Die US-Non-Profit-Organisation „Verra“ (https://verra.org/) beschäftigt sich mit der Vergabe von CO2-Zertifikaten und verleiht den beliebten Qualitätsnachweis „Verified Carbon Standard“ (VCS). Doch die Zertifikate für den Waldschutz sind umstritten, und das nicht erst seit heute. Kein Geringerer als das Wirtschaftsministerium erläutert dazu, dass Waldschutzzertifikate klimapolitisch durchaus infrage zu stellen sind, denn sie weisen keine Verminderung der CO2-Emissionen aus, sondern spekulieren lediglich darauf, dass nennenswerte Emissionen vermieden werden. Mit anderen Worten: Wer Wald nicht vernichtet, bekommt ein solches Zertifikat. Somit ist die CO2-Emissions-Ersparnis rein hypothetisch.

Wenig später berichtete die Wirtschaftswoche über unwirksame Klimazertifikate, die von der UN vermittelt wurden, was die Glaubwürdigkeit des Zertifikat-Handels nun nachhaltig beschädigt hat. Schon lange fordern Verbraucherschützer ein Verbot von Labels wie „klimapositiv“, „klimaneutral“ oder „CO2-neutral“, da diese die Verbraucher nur in die Irre führen würden.

Der intransparente Zertifikate-Handel boomt

Jene Unternehmen, die bestrebt sind, ihre Treibhausgasemissionen via Zertifikate auszugleichen, sollten sehr genau hinschauen, ob die Projekte, die sie unterstützen, tatsächlich valide sind, denn der undurchsichtige Handel mit Klimaschutzzertifikaten ist keineswegs reguliert.

Im Jahr 2020 wurden allein in Deutschland immerhin Zertifikate für 43,6 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid-Äquivalente verkauft. Projekte zu den Themen Erneuerbare Energien und Wald- und Forstwirtschaft haben sich dabei als besonders beliebt erwiesen. Doch die Angebotsseite weitet ihr Geschäftsmodell ständig aus, zum Beispiel mit Beratungsdienstleistungen um die Strategieentwicklung in Unternehmen im Kontext von Klima, Kompensation und Nachhaltigkeit. Das Geschäftsmodell der Label-Anbieter wie Myclimate, ClimatePartner oder Carbon Trust beruht auf der Vermittlung von Zertifikaten an Unternehmen, die im Gegenzug dafür zum Beispiel so ein Label „klimaneutral“ verwenden dürfen.

Die Welt braucht neue Standards

In Anbetracht der berechtigten Kritik am Zertifikate-Handel ist inzwischen die Bewertung der Emissionsgutschriften aus den verschiedenen Projekten zu einem weiteren lukrativen Geschäftsmodell geworden. In diesem Dunst tummeln sich Start-ups wie die Rating-Agenturen Sylvera, BeZero, Carbon Rating (BCR) oder Calyx Global. Da die Projekte ja bereits zertifiziert sind, sollten solche Ratings eigentlich obsolet sein. Doch das große Bedürfnis nach Handlungssicherheit ebnet dieser zusätzlichen Bewertung zunehmend den Weg. In der Sache hat sich inzwischen der „Claims Code of Practice“ von der „Voluntary Carbon Markets Integrity Initiative“ etabliert.

Was bedeutet dies nun für Unternehmen?

Markus Götz ist der Direktor von „Sustainable“, das ist eine Unternehmensberatung für Nachhaltigkeit und Klimaschutz mit Sitz in München. Er rät den Unternehmen dazu, nur jene qualitativ hochwertigen Projekte zu unterstützen, die zu den Nachhaltigkeitszielen des jeweiligen Unternehmens passen. Ein hohes Potenzial sieht er zum Beispiel in Projekten zu den Themen Chancengleichheit, Biodiversität und Ressourcenschutz.

Sustainable hat jedenfalls die folgenden Mindestanforderungen und Ausschlusskriterien definiert, welche bei der Beschaffung von Emissionsgutschriften unbedingt beachtet werden sollten, um einen Reputationsschaden von einem Unternehmen abzuwenden:

Treibhausgas-Emissionsminderungen, die nicht innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette angesiedelt sind, sollten bereits verifiziert sein.

Die Ausschüttung der Emissionsgutschriften darf erst erfolgen, wenn die Treibhausgas-Emissionsminderungen tatsächlich umgesetzt worden sind.

Es sollten nur jene Zertifikate gekauft werden, die offensichtlich zu den Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens passen.

Die Projekte beziehungsweise Projekttypen sollten ausschließlich verfügbare Brennstoffe energetisch nutzen.

Bei den Waldschutz-Zertifikaten ist die Kompensationslüge offensichtlich

Bei genauerer Analyse von Kompensationsprojekten fiele 26 davon komplett durch, weil sie real deutlich weniger CO2-Emissionen verhindern als auf ihren werbenden Hochglanzbroschüren ausgewiesen. Oftmals geht ein großer Teil der Setzlinge gleich wieder ein und dann dauert es viele Jahrzehnte, bis Bäume überhaupt ein nennenswertes CO2-Speicherpotenzial ausbilden können.

Die grundlegende Idee mag ja lobenswert sein: Mit Umweltprojekten können und sollen anfallende Treibhausgasemissionen kompensiert werden. So sollen zum Beispiel tropische Regenwälder vor der Abholzung geschützt werden, trockengelegte Moore sollen wieder vernässt und riesige Areale sollen aufgeforstet werden. Doch die Recherche von Zeit Online deckte nun im Mai 2023 die vielen „Luftnummern“ auf:

Zu einem ganz ähnlichen Ergebnis kam eine in Science veröffentlichte Analyse von 26 Waldschutzprojekten, die in insgesamt sechs südamerikanischen und afrikanischen Ländern angesiedelt und von dem US-Unternehmen Verra zertifiziert worden sind:

Dabei handelt es sich um sogenannte „REDD+“-Programme (Reduced Emissions from Deforestation and Forest Degradation). Hier war das Ergebnis besonders ernüchternd: Nur ungefähr sechs Prozent der CO2-Zertifikate konnten tatsächlich mit vermiedenen Emissionen in Verbindung gebracht werden. In der Studie wurde abgeschätzt, dass mit all den Projekten nominell knapp dreimal so viel CO2 kompensiert wurde, wie diese tatsächlich zum Klimaschutz beitragen können. Michael Köhl vom Hamburger Institut für Holzwissenschaften fasst die Studie so zusammen, dass die Projekte für den Klimaschutz eindeutig ineffektiv sind, wohl aber sind sie ökonomisch für die Betreiber effektiv.

Verra bewertet ungefähr 75 Prozent aller Emissionen, die dem freiwilligen, nicht staatlichen Kompensationsmarkt zuzuordnen sind. Das Unternehmen schätzt die CO2-Einsparungen unter anderem durch Extrapolationen ab, das heißt, die heute bekannten Abholzungstrends werden zum einen auf größere Waldflächen und zum anderen auf die Zukunft angewandt. Derartige Berechnungen werden allerdings nur auf zehn Jahre angesetzt, wobei sich auch in dieser relativ kurzen Zeitspanne wesentliche Voraussetzungen stark ändern können.

Bei all den Berechnungen, Vergleichen und Abschätzungen wird stets davon ausgegangen, dass CO2 eine „gleichförmige Ware“ sei, ganz egal, ob es einem Kohlekraftwerk oder einem verbrannten Baum zuzuordnen ist. So gesehen würden sich die fossilen Emissionen eines Kraftwerks ganz einfach durch den Schutz von Wäldern neutralisieren lassen. Doch die Emissionen aus dem Kohlekraftwerk entstammen Millionen Jahre alter, fest gebundener, hoch konzentrierter Biomasse. Ohne unser Zutun würden diese Emissionen niemals in die Atmosphäre gelangen. Wälder binden Kohlendioxid aber für deutlich kürzere Zeiträume und größere Waldbrände oder politische Entscheidungen wie die Umwandlung in Plantagen geben das CO2 schnell wieder in die Atmosphäre ab.

Es gibt inzwischen viele unabhängige akkreditierte Organisationen, welche solcherlei Zertifikate ausstellen. Wir müssen uns aber darüber klar sein, dass es sich hierbei lediglich um bescheinigte Experteneinschätzungen für wahrscheinliche Erfolge handelt. Gerade im Waldbereich sind Zertifikate wie Optionsscheine an der Börse sozusagen Wetten auf die Zukunft, wobei eine möglicherweise vermiedene Entwaldung oder der Erfolg einer Aufforstung grob abgeschätzt wird.


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Dieser Beitrag wurde am 23.09.2023 erstellt.

 

Im Jahre 2022 bekam der Experimental- und Quantenphysiker Dr. John Francis Clauser (USA) den Nobelpreis für Physik. Heute spricht er von einer „fehlgeleiteten Klimawissenschaft“, die sich zur „schock-journalistischen Pseudowissenschaft“ entwickelt habe.

Clauser hat sich viel und lange mit der Funktionsweise des Erdklimas beschäftigt, Grund genug für seine kürzliche Wahl in den Vorstand der CO₂-Koalition mit Sitz in Virginia. Es handelt sich dabei um eine Gruppe von circa 120 Wissenschaftlern, die alle schon lange auf dem überaus weiten Feld der Klimawissenschaft unterwegs sind. Vorstandsvorsitzender der CO₂-Koalition ist Dr. Dr. William Happer. Über Clausers Studien sagte er im Mai 2023, dass diese unwiderlegbare Beweise dafür liefern, dass es gar keine Klimakrise gibt. Ganz im Gegenteil, die Erhöhung der CO₂-Konzentration würde der Welt sogar zugutekommen.

Das gegenwärtige unisono Klima-Narrativ stellt eine Bedrohung für die Menschheit dar

Deshalb hat der umtriebige Clauser bereits Kontakt zu US-Präsident Joe Biden aufgenommen. In seinem Schreiben kritisierte er das Narrativ des „Klimanotstandes“, das er zugleich als „gefährliche Korruption der Wissenschaft“ bezeichnete, denn dadurch würden die Weltwirtschaft und somit das Wohlergehen von Milliarden Menschen massiv bedroht. Marketingvertreter aus Wirtschaft und Politik, Journalismus, Umweltschutzorganisationen und Regierungsbehörden, sie alle generieren für sich unendliche Profite aus dem Klima-Narrativ.

Wie kommt dieser Mann zu einer solchen Einstellung?

Clauser untersuchte unter anderem die Bedeutung heller Kumuluswolken, die einen erheblichen Teil des einfallenden Sonnenlichts direkt ins Weltall reflektieren (Albedo). Es ist daher logisch, dass diese Wolken einen Einfluss auf die Temperaturen nahe der Erdoberfläche haben. Ihr Effekt ist sogar um ein Vielfaches relevanter als jener des Kohlendioxids.

Der CO₂-Anteil in unserer Atmosphäre liegt aktuell in etwa bei 0,04 Prozent und ist in der Tat in einem langsamen Anstieg begriffen. Rund 96 Prozent des Kohlendioxids kommen aus natürlichen Quellen. Dabei spielen die Vulkane eine ganz wesentliche Rolle, aber zum Beispiel auch aus Mofetten entströmt permanent CO2 in die Luft. Aus Sedimentanalysen wissen wir, dass die Atmosphäre vor über 400 Millionen Jahren anstelle von Sauerstoff mit Kohlendioxid geradezu geflutet und dennoch zeitweise kühler als heute war.

Mit seiner Kritik steht Clauser bei Weitem nicht alleine da. Bis August 2022 haben schon über 1.100 Fachleute und Wissenschaftler aus 15 Ländern die „Weltklimaerklärung“ unterzeichnet. Sie besagt unter anderem, dass es gar keinen Klimanotstand gibt. Daher fordern alle Unterzeichner, dass die Klimawissenschaft weniger politisch, dafür aber die Klimapolitik wissenschaftlicher sein soll. Immerhin zeigen mehrere meteorologische Kategorien eben keine signifikante Zunahme bei extremen Wetterereignissen.

Im September 2022 warnte der Kernphysiker Dr. Wallace Manheimer, dass die EU-Bestrebungen zum „Netto-Null-Industrie-Gesetz“ (Net Zero) mit dem Ende unserer modernen Zivilisation gleichzusetzen sind. Manheimer fügte dem noch süffisant hinzu, dass es dem „Climate Industrial Complex“ offensichtlich irgendwie gelungen sei, eine Mehrheit der Menschen davon zu überzeugen, dass Kohlendioxid ein Umweltgift sei, obwohl jeder weiß, dass ohne CO₂ in unserer Atmosphäre gar kein Leben, so wie wir es kennen, existieren würde.

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Dieser Beitrag wurde am 22.09.2023 erstellt.

Ende Juli 2023 wurde eine sogenannte Attributionsstudie veröffentlicht, und zwar von Forschern des „Royal Netherlands Meteorological Institut“ und des „Imperial College London“. Sie konstatierten darin, dass es eindeutig der Klimawandel ist, der bei den letzten Hitzewellen in Europa, Nordamerika und China eine „überwältigende Rolle“ gespielt hat. Diese besonders hohen Temperaturen in Nordamerika und Europa wären demzufolge ohne den Klimawandel nicht möglich gewesen. Aber stimmt das wirklich?

Was sagt der Klimaforscher Douglas Maraun dazu?

Die in der Studie geäußerte Behauptung, dass die Hitzewellen von 2023 in Europa um 2.5, in Nordamerika um 2.0 und in China um 1.0 Grad Celsius wärmer seien, als dies ohne Klimawandel der Fall gewesen wäre, stuft Maraun von der Universität Graz „als robust und plausibel“ ein. Er gehört übrigens zu den Autoren des sechsten Sachstandsberichtes des Weltklimarats (IPCC).

Laut der Studie hätte sich zumindest die letzte Hitzewelle in den USA und Mexiko so nicht ausbilden können, gäbe es den Klimawandel nicht. Derartige Wahrscheinlichkeitsaussagen sieht Maraun allerdings sehr kritisch.

Hitzewellen entstehen zum Beispiel bei bislang eher seltenen blockierenden Wetterlagen. Je stabiler diese sind, desto länger verharren sie lokal über einer bestimmten Region und desto extremer fällt dann die Hitze aus. Inwieweit der Klimawandel zu derartigen starren Systemen tatsächlich beiträgt, lässt sich jetzt noch nicht quantifizieren, weil Klimamodelle kaum in der Lage sind, Aussagen über die Häufigkeit und Dauer derartiger Wetterlagen zu machen.

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Maraun hätte es lieber gesehen, wenn sich die Studie mit der einfachen, verständlichen Aussage zufriedengegeben hätte: „Ohne Klimawandel wären die Hitzewellen circa zwei Grad kühler gewesen.“ Damit kommen wir unweigerlich zu dieser Frage:

Wo liegen die Grenzen des Erträglichen?

Um sich der Antwort darauf anzunähern, müssen wir uns kurz mit dem Begriff der Kühlgrenztemperatur befassen. Um in Zukunft anrollende Hitzewellen auch lokal genauer vorhersagen zu können, hat die deutsche Bundesregierung im Juni 2023 die ersten Bausteine für einen nationalen Hitzeplan auf den Weg gebracht. Dabei geht es um Konzepte, die vor allem den Kommunen, Krankenhäusern und Pflegeheimen eine Hilfestellung sein sollen.

Die Basis dieser Überlegungen baut auf der Kenntnis darüber, welche Aufgaben unsere Körpertemperatur in dem komplexen Zusammenspiel der Gesundheit überhaupt übernimmt. Der Mensch braucht eine recht stabile Kerntemperatur von circa 37 Grad Celsius. Zu diesem Zweck müssen wir aus der Nahrung permanent Wärme produzieren.

Andererseits verlieren wir normalerweise über die Haut ständig beträchtliche Wärmemengen. Bei Bedarf beginnt die Haut zu schwitzen, um dem Körper zusätzlich Verdunstungswärme zu entziehen, was aber bei zu hoher Luftfeuchtigkeit kaum funktioniert. Wenn eine Kühlung bei zu großer Außenhitze nicht mehr gegeben ist, kann dadurch eine fatale Kettenreaktion ausgelöst werden, angefangen von der Überlastung des Herzens bis zum Stillstand von Leber und Nieren.

Die Thermoregulation des Körpers hängt unter anderem vom Alter, Gesundheitszustand, Lebensstil, von der Bewegungsintensität und gegebenenfalls von Medikamenten ab. Kleine Kinder oder alte Menschen haben durchaus Schwierigkeiten damit, ihre Körpertemperatur gut zu regulieren. Die Wissenschaft begegnet diesen komplexen Zusammenhängen mit der sogenannten Kühlgrenztemperatur beziehungsweise „Feuchtkugeltemperatur“ des menschlichen Körpers bei 35 Grad Celsius.

Letztere ist in der Tat ein etwas merkwürdiges empirisches Maß, das sowohl Wärme als auch die Feuchtigkeit in einer gemeinsamen Größe darzustellen versucht. Man darf es sich so vorstellen, als würde man ein Thermometer mit einem nassen Tuch umwickeln, dessen Temperatur man messen möchte. Dabei fließt dann der Kühlungseffekt durch den Entzug von Verdunstungswärme mit ein, allerdings in Abhängigkeit davon, wie stark die Luft bereits mit Feuchtigkeit gesättigt ist. Bei trockener Luft wird eine Kühlgrenztemperatur von 35 Grad Celsius erst bei über 54 Grad Celsius erreicht. Liegt die relative Luftfeuchtigkeit bei 50 Prozent (was nicht viel ist), wird dieselbe Kühlgrenztemperatur bereits bei 43 Grad Celsius realisiert.

Es geht dabei darum, wie effektiv sich der Mensch durch Schwitzen herunterkühlen kann. Diese ominöse Kühlgrenztemperatur von 35 Grad Celsius bedeutet, dass der Körper nicht mehr genug Wärme mittels Schweißverdunstung abgeben kann. Theoretische Schätzungen besagen, dass ein gesunder Mensch, der im Schatten ruht, die Kühlgrenztemperatur von 35 Grad Celsius ungefähr sechs Stunden lang überleben kann.

Akklimatisierung ist in gewissem Rahmen möglich

Wenn wir immer wieder größerer Hitze ausgesetzt sind, bildet der Körper mehr Blutplasma, was das Blutvolumen insgesamt erhöht und das Herz entlastet. Das Schwitzen setzt zudem früher ein, was die Menge an eher dünnflüssigem Schweiß, der gezielt weniger Elektrolyte enthält, erhöht. Am 29. Juli 2023 erschien gerade ein Artikel in der Washington Post zu diesem Thema. Dennoch müssen wir uns gewahr darüber sein, dass diese lobenswerte Dynamik des menschlichen Körpers seine Grenzen hat und keinen Freibrief dafür darstellt, dem Klimawandel freien Lauf zu lassen.

Ein Nachwort

Die Erdatmosphäre ist die dünne, empfindliche Haut unseres Planeten. Jedes Flugzeug, das hindurchfliegt und tonnenweise Kerosin nahe der Tropopause verbrennt, gleicht einem schmerzhaften Nadelstich. Längere Kriege, in denen unter anderem Tanklager explodieren oder Fabriken und Kraftwerke bombardiert werden, gleichen einer starken, chronischen Entzündung, die zu Nekrose, Sepsis und Tod führen kann. Mediziner wissen um die Organisation und Funktionsweise eines komplexen Organismus. Vor diesem Hintergrund ist es gänzlich unverständlich, dass die internationale Ärzteschaft noch nicht aufgestanden ist, um die Kriege dieser Welt auch und gerade mit Blick auf den Klimawandel anzuprangern.

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Beitragsbild: pixabay.com – Franz26

Dieser Beitrag wurde am 06.09.2023 erstellt.

Im Rahmen des internationalen Projektes „PAGES 2k“ (https://pastglobalchanges.org/science/wg/2k-network/intro/) haben 78 Wissenschaftler aus 24 Ländern sieben Jahre lang eine neue Rekonstruktion des Klimas der Erde erarbeitet. Mit 2k sind in diesem Fall die letzten 2000 Jahre gemeint.

Weiterlesen

Allein im Jahr 2022 hat die Öl- und Gasindustrie weltweit vier Billionen Dollar Gewinn eingefahren. Kein Wunder, dass in demselben Jahr die CO2-Emissionen einen neuen globalen Höchststand erreichten. Gibt es eigentlich irgendwo jemanden, der die Klimakrise wirklich ernst nimmt?

In festem Würgegriff steckt dieser Planet durch riesige Unternehmen mit diesen Namen:

  • Shell
  • ExxonMobil
  • TotalEnergies
  • BP

Sehr wohl hätten sie die finanziellen Möglichkeiten, in die grüne Transformation gewinnbringend zu investieren, aber sie tun es nicht, denn noch winken satte Gewinne bei langfristig angelegten Öl- und Gasprojekten, Klimakrise hin oder her. Parallel dazu gefährden Extremwetter, Hitzewellen, Waldbrände, Überflutungen und Bergschläge das Leben von Millionen Menschen, Tendenz immer weiter zunehmend.

Die ganz großen CO2-Produzenten werden unter anderem als „Kohlenstoff-Giganten“ (Carbon Majors) bezeichnet. Die Non-profit-Organisation „Carbon Disclosure Project“ kam bereits 2017 zu dem Ergebnis, dass die 100 größten dieser Unternehmen seit 1988 über 70 Prozent aller fossilen Treibhausgase verursacht haben, wobei die Hälfte davon auf die Kappe von nur 25 Unternehmen geht und darunter befinden sich die oben genannten vier Öl-Multis.

Große Töne spucken kostet nix

Es ist erst ein paar Jahre her, dass Shell großspurig ankündigte, bis zum Jahre 2030 die Ölförderung um circa 20 Prozent zu kürzen. Im Juni 2023 behauptete CEO Wael Sawan, dass dieses Klimaschutz-Ziel schon erreicht worden ist. Richtig ist, dass lediglich entsprechende Anteile an einem texanischen Ölfeld verkauft worden sind, wodurch nun der US-Konkurrent ConocoPhillips der formale Verursacher ist und sich im Gegenzug die Klimabilanz der Briten auf dem geduldigen Papier reiner Statistik etwas aufgehellt hat.

Bei anderer Gelegenheit erklärte Sawan, dass es gefährlich und unverantwortlich sei, die fossile Produktion zurückzufahren, da dadurch die Lebenshaltungskosten der Menschen in die Höhe schießen könnten. Dies sehen Experten der Europäischen Zentralbank ganz anders, indem sie konstatieren, dass der Wandel hin zu grüner Energie nicht nur dem Klima nützt, sondern ebenfalls dem Geldbeutel der Verbraucher, wenn das politische Management alles richtig macht. Nun, die zuletzt genannte Bedingung klingt mir sogleich nach einem Ausschlusskriterium.

Der allgemeine Verdruss gegen Russland hat massive Folgen

Infolge der vielen Sanktionen gegen Russland schossen die Preise für Gas und Öl in die Höhe, was Shell gar nicht so schlecht fand. In 2022 konnte der Konzern seine Profite nicht zuletzt wegen der sogenannten Übergewinne auf knapp 40 Milliarden Dollar verdoppeln, ein Wert, der in der 115-jährigen Firmengeschichte noch nie erreicht wurde.

Auch Patrick Pouyanne, CEO von TotalEnergies, möchte offiziell klimafreundlichere Energien fördern. Aber Rücksicht auf die Aktionäre müsse er schon nehmen. Überdies seien fossile Investments im Sinne der Verbraucher, denn sonst würden die Benzin-, Diesel- und Heizölpreise bis auf das Dreifache steigen. TotalEnergies fuhr in 2022 einen Rekordgewinn von mehr als 20 Milliarden Dollar ein.

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Die Wissenschaft warnt weiter

Wenn wir weiter in fossile Energien investieren, wird es bald für Millionen von Menschen lebensgefährlich, auf diesem Planeten zu leben. Das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 ist völkerrechtlich bindend, weil eine Erhitzung, die darüber hinausgeht, für die Menschheit nicht mehr zu bewältigen ist.

Eine japanische Studie von 2022 beschäftigte sich mit der Kommunikation von BP, Shell, Chevron und ExxonMobil während der Zeit zwischen 2009 und 2020. Heraus kam dabei, dass allen voran die europäischen Konzerne Shell und BP signifikant häufiger über das Klima, den Wandel und das Adjektiv kohlenstoffarm sprechen als in der Zeit davor. Ihr Investitionsverhalten habe sich aber absolut nicht verändert oder gar in diese Richtung bewegt. Aus diesem Grunde sei der Begriff des „Greenwashings“ hier mehr als angebracht.

Dabei wusste gerade die Öl- und Gasindustrie früh Bescheid

Ausgerechnet Wissenschaftler im Dienste von ExxonMobile haben schon in den 1970er-Jahren den CO2-Anstieg einschließlich der Erderwärmung vorhergesagt. Ein konzerninternes Dokument gab bereits 1981 zu, dass es „eindeutig möglich“ sei, dass Emissionen des Unternehmens zukünftig „katastrophale Auswirkungen haben“ könnten.

Darauf reagierte der Konzern aber mit einer Desinformationskampagne. Im Jahre 1984 erschien in der New York Times eine Werbeanzeige von ExxonMobil, die aber eher als Artikel getarnt war. Darin wurde von einer Professoren-Tochter berichtet, die geradezu am Boden zerstört war, nachdem ihr in der Schule der Treibhausgaseffekt beigebracht worden war. Daraufhin habe sich ihr Vater die Schulbücher mal genauer angeschaut und deren völlige Unausgewogenheit bemängelt. Und der Konzern stimmte in dieses Konzert mit der Forderung ein, dass Kinder nicht von der Wissenschaft verängstigt werden dürfen.

Shell gab bereits 1981 eine Studie zum Treibhauseffekt in Auftrag, 1988 wurde das Ergebnis „vertraulich“ eingestuft, weil drinstand, dass die fossilen Emissionen die Haupttreiber des Treibhausgaseffekts sind. Außerdem wurde darin bemerkt, dass es zu spät sein könnte noch gegenzusteuern, wenn die globale Erwärmung klar zu messen ist. UN-Generalsekretär António Guterres argumentierte jedenfalls im Februar 2023 in Richtung der Carbon Majors sehr treffend: „Euer Kernprodukt ist unser Kernproblem.“

Der Mix ist entscheidend

Entgegen dem Mainstream gibt es eine ganze Reihe von Wissenschaftlern, die Zweifel daran äußern, dass das Kohlendioxid der alleinige Schuldige an den deutlich zu spürenden Facetten des Klimawandels ist. Was die verschiedenen Industriezweige global in die Atmosphäre blasen, ist eben nicht nur CO2, sondern ein hochgradig toxischer Cocktail aus verschiedenen giftigen Gasen und Stäuben.

In der Naturheilkunde wissen wir, dass der Körper eine einzige Giftquelle wie moderaten Alkoholgenuss noch ganz gut und auch lange wegstecken kann. Treten aber auch noch Rauchen und eine zucker- und fetthaltige Ernährungsweise hinzu, überfordert alles zusammen die Selbstheilungskräfte eines Organismus‘. Dies gilt so auch im Großen für unseren Planeten.

Die Natur hätte wahrscheinlich die Möglichkeit, sich zu regenerieren, wenn wir ein paar Kohlekraftwerke betreiben und mit dem Auto zur Arbeit fahren, aber wenn wir parallel dazu jahrelang sinnlose Kriege führen, wo Panzer und Tanklager explodieren und Raketen aufsteigen, um ganze Städte in Schutt und Asche zu legen, dann ist unser Planet darüber nicht mehr amüsiert.


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Beitragsbild: pixabay.com – stevepb

Dieser Beitrag wurde am 03.08.2023 erstellt.

Wir beziehen uns dieses Mal auf einen Artikel, der in der Frankfurter Allgemeine (FAZ) am 8. September 2022 erschienen ist und ergänzen das Thema um ein Interview, das die Frankfurter Rundschau (FR) am 13. September mit dem renommierten Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber geführt hat. Dabei geben wir auch eigenen Interpretationen und Bewertungen etwas Spielraum.

Es zeichnet sich schon jetzt ziemlich klar ab, dass das Pariser 1,5-Grad-Ziel nicht ausreicht, um den Klimakollaps noch zu verhindern. Ungefähr 10.000 Jahre lang war das Erdklima im Holozän recht stabil. Eine internationale Forschergruppe befasst sich seit 2008 mit den Risiken irreversibler, abrupter Änderungen, den sogenannten Klima-Kippelementen.

Zu ihren ersten Ergebnissen gehört die Feststellung, dass sich das Erdklima seit der vorindustriellen Zeit aktuell um 1,1 Grad Celsius erwärmt hat und damit einen „sicheren“ Klimazustand schon hinter sich gelassen hat. Das heißt, dass die im Rahmen des Pariser Klimavertrages angepeilte maximale Erwärmung von 1,5 Grad bereits die irreversible Überschreitung von fünf der heute bekannten 16 Schwellenwerte bedeutet.

Der Forschergruppe gehört der Schwede Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und zugleich Ko-Vorsitzender von „Earth Commission“ an. Er bezeichnet die Klima-Kippelemente als völlig unterschätzte Achillesfersen des Erdsystems. Jene 1,5-Grad-Grenze ist für ihn nicht irgendein politisches Klimaziel, sondern ein „echtes planetares Limit“.

Kurzer Rückblick

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) schätzte die Wahrscheinlichkeit für das Auslösen von Kipppunkten bei einer globalen Erwärmung um zwei Grad als „hoch“ ein, ab 2,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau als „sehr hoch“. Über die Auswirkungen einer Erwärmung von 1,5 Grad hatte das IPCC nicht weiter philosophiert.

Die Forschergruppe um David Armstrong McKay (Stockholm Resilience Center), Tim Lenton (Universität Exeter) und die PIK-Experten hat gerade alle seit 2008 veröffentlichten relevanten Daten zur Entwicklung der infrage kommenden Kippelemente neu bewertet mit dem Ergebnis, dass das seit Jahrzehnten in der Klimapolitik in Augenschein genommene Zwei-Grad-Ziel als völlig indiskutabel eingestuft werden muss, weil wir bereits bei 1,5 Grad gewaltige Risiken in Kauf nehmen. Eine Überlegung beziehungsweise Aussage wie „Wenn wir 1,5 Grad nicht schaffen, werden es eben wenigstens zwei Grad sein“, ist ein mehr als gefährlicher Trugschluss.

Wir reden inzwischen über eine Liste von neun globalen Kippelementen, die, schon jedes für sich genommen, das gesamte Erdsystem aus dem Lot bringen können, das heißt, es in einen neuen, sehr ungemütlichen Zustand zu überführen. Sieben weitere solcher Kippelemente haben zumindest regional eine starke Bedeutung.

Wer kippt zuerst?

Am unteren Rand des Unsicherheitsbereichs in Bezug auf die Risiken befinden sich im Hinblick auf die aktuelle Erderwärmung um 1,1 Grad diese fünf Kippelemente:

  • Eisschilde Grönlands
  • Eisschilde der westlichen Antarktis
  • Atlantik-Umwälzpumpe im Bereich der Labradorsee
  • Absterben der tropischen Korallenriffe
  • Auftauen der Permafrostböden

Hier sind nachhaltige Veränderungen schon längst in vollem Gange und tragen bereits jetzt zum Kippen des Erdsystems in einen anderen instabilen Zustand bei. Insofern schlagen die Wissenschaftler mit voller Berechtigung Alarm.

Trendbeschleunigung durch den Kaskadeneffekt

Wenn ein Mensch nur mit einem Gift konfrontiert wird, hat er gute Chancen, einigermaßen mit der Vergiftung klarzukommen. Handelt es sich gleich um einen Cocktail verschiedener Toxine, ist der Organismus meistens chancenlos. So in etwa verhält es sich auch beim Planeten Erde. Schießen gleich mehrere Kippelemente aufgrund gegenseitiger Rückkopplungen über die Grenzen des Erträglichen hinaus, gibt es für das Klima kein Zurück mehr.

Nehmen wir zum Beispiel den Rückgang der Meereisbedeckung in der Arktis. Isoliert betrachtet ist dies allein noch kein Kippelement. Doch die deutliche Verringerung der Albedo aufgrund der viel kleineren hellen Eisflächen führt zu mehr Wärmeaufnahme im dunklen Wasser, was die Erderwärmung noch zusätzlich beschleunigt. Der gesamte Energiehaushalt wird dadurch weit über die nördlichen Polargebiete hinaus immer stärker verändert.

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In diesem Zusammenhang ist es interessant, die Einschätzungen des renommierten Klimaforschers Hans Joachim Schellnhuber mit anzuführen. Er drückt sich in diesem Punkt nämlich so aus: „Das Langfristziel heißt Klima-Reparatur.

Schauen wir uns an, wie er seine Aussage begründet.

Ein Klimawandel mit gravierenden Auswirkungen ist faktisch nicht mehr abzuwenden. In spätestens 15 Jahren wird die 1,5-Grad-Marke der globalen Erderwärmung überschritten sein. Worum es also geht, ist die Abwendung von Klimagefahren, die die menschliche Zivilisation oder sogar unsere Spezies auslöschen könnte. Hier liegt die Wahrscheinlichkeit gerade bei ungefähr 50 Prozent, das heißt, wir haben noch Überlebenschancen, wenn wir jetzt alles richtig machen.

So sieht der günstige Fall aus

Wenn die Erderwärmung zwei Grad überschritten hat, kehrt sich der Prozess ganz langsam wieder um und läuft circa 200 Jahre lang zurück bis auf den jetzigen Stand. Dazu muss aber Kohlendioxid aktiv aus der Atmosphäre entfernt werden, indem beispielsweise mit großflächigen Aufforstungen und einer besonders nachhaltigen Landnutzung gearbeitet wird. Was den Städtebau anbetrifft, müsste vor allem das Baumaterial Holz zum Einsatz kommen, weil dieser nachwachsende Rohstoff zugleich als CO2-Speicher fungiert.

Machen wir uns also nichts vor. Zwei Grad mittlere globale Erwärmung heißt, dass sich an Land die Temperatur um drei bis vier Grad erhöht und regional können auch mal fünf bis sechs Grad drin sein. Der gesamte globale Meeresspiegel wird mindestens einen Meter ansteigen, was eine Herausforderung für den Küstenschutz ist. In weiten Teilen Südeuropas wird Landwirtschaft nur mit hochgradig verschwenderischer Bewässerung möglich sein und deshalb vielerorts aufgegeben werden.

In den Tropen wird die feuchte Hitze derart belastend sein, dass dies geradezu Völkerwanderungen weg von den äquatorialen Regionen auslösen wird. Es wird zu einer Migration von Hunderten Millionen Menschen kommen.

Der ungünstige Fall gestaltet sich noch schlimmer

Ab drei Grad Erwärmung ist der Klimawandel gar nicht mehr beherrschbar. Das ist jener „point of no return“, den wir gern auch als „Climate End Game“ bezeichnen können. Die verschiedenen Modelle zeichnen dazu üble Szenarien angefangen vom Kollaps der Weltwirtschaft bis hin zur Auslöschung der Menschheit.

Bei vier Grad steigt der Meeresspiegel gleich um Dutzende Meter, das heißt, dass die meisten heutigen, dicht bevölkerten Küstenzonen verschwinden. In den inneren Tropen ist dann ein Aufenthalt im Freien nicht mehr möglich. In den Andenregionen oder in Zentralasien steht im Sommer kein Wasser zur Verfügung, weil es längst keine Gletscher mehr gibt. Alle heutigen semiariden Gebiete werden zu toten Wüsten umfunktioniert.

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Schon lange bevor wir mit solchen Bedingungen konfrontiert sind, bricht ein erbitterter Überlebenskampf „jeder gegen jeden“ aus. Bereits heute ergeben sich in Deutschland tiefgreifende gesellschaftliche Konflikte wegen der immer weiterwachsenden Flüchtlingszahlen.

Wie also weiter verfahren?

Zwar wurde diese ominöse 1,5-Grad-Grenze in den Pariser Klimavertrag eingetragen, aber mal Hand aufs Herz, man wusste schon 2015, dass diese nicht zu halten sein wird. Es ging dabei lediglich um ein ehrenwertes diplomatisches Zugeständnis unter anderem an kleine Inselstaaten, die um ihre Existenz fürchten.

Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass das Pariser Abkommen nichts weiter als Traumtänzerei ist, denn mit komplett freiwilliger CO2-Minderung von ein paar Gutmenschen kommen wir nicht weiter. So konnten die Staaten dieser Welt einschließlich Saudi-Arabien dem auch uneingeschränkt zustimmen.

Für die deutsche Regierung zumindest scheinen die Megaflut im Ahrtal 2021 sowie die vier letzten Dürresommer unverkennbare Warnsignale der Natur zu sein. Doch die Hoffnung darauf, dass 200 Nationalstaaten in konzertierter Aktion ein globales Problem lösen können, ist wohl mehr als naiv.

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Dort, wo wir mit unseren Einsichten heute angelangt sind, hätten wir bereits vor 30 Jahren stehen müssen, als der erste aufrüttelnde IPCC-Bericht veröffentlicht wurde. Es muss uns endlich gelingen, dass jeder von uns das Gemeinwohl attraktiver findet als unseren Eigennutz. Eine solche Gesellschaft müssen wir weltweit bauen. Doch leider haben wir dafür keine Zeit mehr.

Gibt es überhaupt noch eine Chance für die Menschheit?

Es braucht eine konsequente und mächtige politische Führung mit Visionen, die dieser historischen Herausforderung gewachsen ist. Dazu müssten die Medien unbedingt ihren engagierten Beitrag leisten, um den Menschen ein überzeugendes Lösungsnarrativ anzubieten.

Die Krise, die wir gerade mit russischem Gas erleben, hat in erster Linie dazu geführt, auf dem Weltmarkt nach fossilen Ersatzquellen zu suchen. Um aus der russischen Abhängigkeit zu entkommen, spielt nicht einmal der Preis oder die Art der Gasförderung eine Rolle. Im Moment wird lediglich eine Lieferanten-Diktatur durch eine andere ersetzt. Stattdessen hätte man diese unfreiwillige Gelegenheit dazu nutzen müssen, mit allerhöchster Priorität die erneuerbaren Energien im eigenen Lande zu forcieren.

Zwei oder drei deutsche Atomkraftwerke etwas länger laufen zu lassen, ist gewiss vertretbar. Allerdings werden dadurch nur relativ geringe zusätzliche Strommengen bereitgestellt und so getan, als würde eine Debatte über eine wirklich große effektive Transformation im Energiesektor gar nicht nötig sein. Salopp gesagt können Sie gar nicht so viele Reaktoren schnell genug bauen, wie jetzt sofort nötig wären, um unser Klima zu retten.

Dringend notwendig ist doch der umgekehrte Weg, den wir schon längst hätten einschlagen sollen. Wer sparsam lebt, braucht kaum Energie. Wenn wir uns selbst bei jedem Konsumwunsch fragen würden, „brauche ich das jetzt eigentlich wirklich“, wäre schon viel gewonnen. Die Industrie muss Produkte herstellen, die viel länger halten. Reparaturen müssen sich wieder lohnen und viel mehr Menschen sollten in der Lage sein, diese selbst ausführen zu können. Wir müssen weg vom Monopol der Konzerne.

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Wir brauchen auch nicht alle zwei Monate eine neue Modekollektion, und ob es unbedingt erforderlich ist, dass Formel-1-Rennwagen jeden Tag Tausend sinnlose Runden drehen, darf gern bezweifelt werden. Sollen doch diese Leute wenigstens eilige Arzneimittel von A nach B bringen. Wenn wir weltweit endlich mental bei uns selbst und unseren vermeintlichen Bedürfnissen anfangen, können wir das Ruder vielleicht noch herumreißen.

Beim chinesischen Präsidenten Xi Jinping ist derzeit leider keine Bereitschaft zu erkennen, sich an internationale Klima-Abkommen zu halten, nach dem Motto „China first“. Gleichzeitig sieht alles danach aus, dass die amerikanische Demokratie am Zerfallen ist. Die ganze Hoffnung ist also auf Europa und Afrika gerichtet. Letzteres ist ja in erster Linie vom Klimawandel betroffen.

Im Jahre 1950 lebten in Afrika ungefähr 200 Millionen Menschen, heute sind es schon mehr als eine Milliarde, das ist mindestens eine Verfünffachung innerhalb von 70 Jahren. So müssen wir für das Jahr 2100 mit wenigstens drei Milliarden Afrikanern rechnen. Die EU ist also gut beraten, gemeinsam mit den „benachbarten“ afrikanischen Ländern eine grüne Agenda für die nachhaltige Nutzung der enormen afrikanischen Ressourcen auf den Weg zu bringen. Aber das muss sie unbedingt ohne den erhobenen kolonialen Zeigefinger machen, der anderen Nationen sogenannte westliche Werte aufzwingt.

 

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Dieser Beitrag wurde am 15.02.2023 erstellt.

 

Die Technik dafür haben wir jedenfalls, sie ist also unmittelbar einsetzbar und sogar beliebig skalierbar. Aber warum sollte diese Form der Kohle überhaupt eine Option sein?

Die Photosynthese der Pflanzen bedeutet, dass CO2 aus der Luft genommen in Sauerstoff und Kohlenstoff aufgespaltet wird. Der Kohlenstoff wird dann für den Aufbau von Holz, Zweigen, Blättern, Zucker oder Wurzeln verwendet, das „Abfallprodukt“ Sauerstoff überlassen uns die Pflanzen freundlicherweise zum Atmen.

Wenn eine Pflanze abstirbt, wird ihr Kohlenstoffgehalt langsam wieder zu CO2 oxidiert und in die Atmosphäre entlassen. Die Wissenschaft spricht hierbei von dem natürlichen Kohlenstoffkreislauf. Würde man nun den Pflanzenabfällen ihren Kohlenstoff entziehen und anderweitig speichern, könnte damit das überschüssige anthropogene CO2 ein Stück weit ausgeglichen werden. Unter Pflanzenabfällen sollen hier zum Beispiel Küchen-, Garten- und Erntereste, Grünschnitt oder Schilf verstanden werden. Alles zusammen birgt ein riesiges Potenzial. Wir reden hier von mehr als 14 Millionen Tonnen Biomasse pro Jahr, die allein in Deutschland anfallen.

Dieser Haufen verrottet weitestgehend ungenutzt oder wird einfach verbrannt, beispielsweise im Rahmen der beliebten Osterfeuer. Der Klimaforscher Wolfgang Lucht hat sich im Rahmen einer Studie mit den Vor- und Nachteilen eines groß angelegten Einsatzes von Pflanzenkohle beschäftigt. Die Pflanzenabfälle können mittels Pyrolyse relativ einfach in Pflanzenkohle umgewandelt werden.

Schon seit mehreren Tausend Jahren wird die Verschwelung von Pflanzenresten unter Sauerstoffabschluss in sogenannten Meilern zur Herstellung von Holzkohle praktiziert. In modernen Pyrolyse-Anlagen wird dabei in kontrollierten Prozessen und Temperaturen über 450 Grad Celsius verhindert, dass polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, also flüchtige Verbindungen, die als krebserregend gelten, entstehen können.

Theoretisch und praktisch wird auf diese Weise eine Kohlenstoffsenke geschaffen, das heißt, mit der Zeit verschwindet ein Teil des CO2 aus unserer Atmosphäre. Und das ist auch dringend geboten, denn laut UN-Klimarat sollen wir unserer Luft bis 2100 bis zu 1.000 Gigatonnen CO2 entziehen, wollen wir das 1,5-Grad-Ziel tatsächlich einzuhalten.

Wofür lässt sich Pflanzenkohle nutzbringend verwenden?

Man könnte sie zum Beispiel im Boden verbuddeln. Auf diese Weise gelangt der Kohlenstoff dorthin zurück, wo er vor langer Zeit schon mal war. Erdöl, Erdgas und Kohle sind ja nichts anderes als unterirdisch gelagertes, gepresstes Pflanzenmaterial. Auch Humus besteht aus abgestorbenen Lebewesen, also zu circa 58 Prozent aus Kohlenstoff.

Im 19. Jahrhundert verfügten unsere Böden noch über einen Humusgehalt von bis zu 20 Prozent. Heute enthalten die meisten Äcker höchstens noch zwei Prozent Humus und es wird immer weniger. Dieser Entwicklung begegnen wir mit dem Klimakiller Stickstoffdünger. Er ist deshalb so schädlich, weil für seine Herstellung extrem viel fossile Energie verbraucht wird und überdies Lachgas freigesetzt wird.

Hans-Peter Schmidt aus dem schönen Schweizer Kanton Wallis entdeckte, dass sich Pflanzenkohle beim Kompostieren mit Nährstoffen auflädt. Sein Weinberg jedenfalls produzierte seither ganz besondere Jahrgänge. Daraufhin gründete er das Ithaka-Institut und weitere Tochterinstitute in den USA, Nepal, Ghana und auch in Deutschland.

Schmidt wertete zudem 26 Metastudien aus, in die Erkenntnisse von ungefähr 1.500 Einzelstudien seit dem Jahre 2015 einflossen. Die Ergebnisse sind überwältigend: Pflanzenkohle führt im Durchschnitt zu um ein Fünftel größeren Ernten, das Bodenleben entwickelt sich erfreulich und die Wasserrückhaltefähigkeit und der Humusanteil des Bodens erhöhen sich deutlich. Im Rahmen von Feldversuchen erzielte das Ithaka-Institut in Nepal Ertragssteigerungen von bis zu dem Vierfachen und in Bangladesch immerhin um 70 Prozent, während auf Kuba noch 37 Prozent mehr Ernteerträge drin waren.

Der Biolandwirt Sepp Braun aus Freising erntet Holz auf seinem Ackerbaumstreifen, um daraus Holzhackschnitzel zu machen, die dann in einer Pyrolyseanlage Pflanzenkohle herstellt und zugleich sein Haus beheizt. Die Kohle verfüttert er zum Teil als verdauungsfördernde Maßnahme an seine Milchkühe. Indem die Kühe im Stall schließlich noch auf den Kuhfladen herumtrampeln, tragen sie hilfsbereit zur Fermentation der Kompostiermasse bei. Nach wenigen Monaten werden die Äcker damit gedüngt. Braun besitzt inzwischen 54 Hektar mit einem fünfprozentigen Humusgehalt und schätzungsweise 25 Millionen Regenwürmern.

Pflanzenkohle goes Mainstream“ lautete im November 2021 das Motto einer Tagung des Fachverbands Pflanzenkohle. Daniel Kray ist Professor an der Hochschule Offenburg und beschäftigt sich mit den Parallelen zwischen Erneuerbaren Energien und Pflanzenkohle. Er erkennt bei Letzterer zurzeit geradezu ein „exponentielles Wachstum“ in den Forschungstätigkeiten. Saskia Kühnhold-Pospischil, die am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme arbeitet, bestätigt, dass das Pyrolyse-Verfahren technisch ausgereift ist und heute bereits vielfältig angewandt wird. Man solle sich aber immer gewahr sein, dass diese Form der Kohlenstoffsenke lediglich ein „ad-on“ darstelle, ohne eine gezielte drastische Reduktion von Treibhausgasen wird es nicht gehen.

Das Ithaka-Institut hat gemeinsam mit anderen Pionieren der Pflanzenkohle das European Biochar Certificate aus der Taufe gehoben. Dieses Gütesiegel bekommen Kohlenstoffsenken nur dann, wenn der Kohlenstoff auch wirklich auf Dauer aus den Stoffkreisläufen verschwindet.

Inzwischen sprießen auf nationaler und internationaler Ebene viele neue Pyrolyseprojekte aus dem Boden. Da werden zum Beispiel im schweizerischen Langenbruck Kaffeeabfälle verkohlt. Es ist geplant, solche Anlagen in Serie zu fertigen, um sie an Kaffeebauern in Brasilien und Vietnam zu liefern.

In Stockholm pflanzt man Straßenbäume in belüftete Gruben, die Schotterbruch und Pflanzenkohle enthalten. Auf diese Weise sind die Bäume widerstandsfähiger gegen Schadstoffe und Wassermangel. In Darmstadt plant der Kommunalbetrieb EAD, jedes Jahr ungefähr 16.000 Tonnen Bioabfälle und Grünschnitt zu verkohlen. Von der Wärme und dem Gas werden die Haushalte profitieren, während die Pflanzenkohle gemäß dem Stockholmer Modell viele Pflanzen der Gärtnereien erblühen lassen wird.

Eine bereits wirtschaftlich laufende Pyrolyse-Anlage wird seit Mai 2021 durch die Städtischen Industriewerke Basel betrieben, indem circa 200 Haushalte mit Wärme versorgt werden und die Pflanzenkohle an Gärtnereien verkauft wird.

An der Freien Universität Berlin (FUB) wird im Tierpark und im Botanischen Garten Pflanzenkohle aus Bioabfällen und Elefantenhaufen hergestellt. Dort versucht man den Weg der Terra preta, eines sehr fruchtbaren Bodens aus dem Amazonasgebiet, nachzubilden.

Aber auch für den Bau von Häusern und Straßen kann Pflanzenkohle Wertvolles leisten, indem beim Beton dessen hohes Maß an Klimafeindlichkeit reduziert wird. Davon gehen jedenfalls die relativ jungen Firmen CarStorCon und Carbon Instead aus. Und das Start-up Made of Air arbeitet daran, bisherige Kunststoffprodukte aus Pflanzenkohle herzustellen.

Auch die Schweizer Firma InfraTrace ist davon überzeugt, dass Asphalt durch die Zugabe von nur fünf Prozent Pflanzenkohle deutlich widerstandsfähiger gemacht werden kann. In der Nähe von Zürich wird von Bioenergie Frauenfeld bald ein Kraftwerk in Betrieb genommen, das mittels Verkohlung von Waldrestholz für ungefähr 8.000 Haushalte Strom produziert, wobei die Wärme in ein Fernwärmenetz eingespeist wird.

Unser Energiebedarf wird maßgeblich von der Sonne gesteuert

Bei allem Respekt für die vielen kreativen Pläne zur Einsparung von Energie als probates Mittel, dem Klimawandel effektiv entgegenzutreten, dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass schon immer die Sonne unsere hauptsächliche Energiequelle war. Damit wird jetzt nicht auf die direkte Nutzung des Sonnenlichts wie bei der Photovoltaik abgezielt, sondern vor allem auf die vielen sekundären Folgen einer mehr oder weniger aktiven Sonne. Es liegt doch auf der Hand: Wenn die Sonne die Atmosphäre stärker erwärmt, müssen wir weniger heizen.

Anders als vorhergesagt ist unsere Sonne zurzeit sehr aktiv. Eigentlich haben die Astronomen einen eher ruhigen Zyklus und ein nur mäßiges Maximum erwartet. Doch nun übertreffen die Anzahl der Sonnenflecken und der solare Radioflussindex alle Modellrechnungen, dies zeigen jedenfalls die Daten der amerikanischen Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA.

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Schon in der Schule haben wir gelernt, dass sich die Aktivität der Sonne etwa alle elf Jahre ändert. Verantwortlich dafür sind große konvektive Umwälzströme im Sonneninneren. Äußerlich bemerkbar macht sich dies unter anderem durch eine Zunahme der Zahl der Sonnenflecken, die mit vermehrten Plasmaausbrüchen und Sonnenstürmen (Flares) gekoppelt ist.

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Die ersten Flecken, die den Start des 25. Zyklus ankündigten, traten 2019 in Erscheinung. Zwischen 2024 und 2026 sollte dessen Höhepunkt zu erwarten sein, aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass dieser wohl recht intensiv ausfallen wird.

Neben den Sonnenflecken ist es der solare Radiofluxindex, der uns eindeutige Hinweise auf Änderungen der Sonnenaktivität gibt. Beim solaren Flux (spektrale Flussdichte) handelt es sich hier speziell um die Radiostrahlung mit der Wellenlänge 10,7 cm beziehungsweise der Frequenz von 2.800 MHz.

Für den Februar 2022 waren theoretisch 31,5 Sonnenflecken und ein solarer Radiofluxindex von 81,6 Einheiten erwartet worden. Gezählt wurden aber knapp 60 Flecken und die Flux-Messung ergab einen Wert über 109. Die nun zu erwartenden starken Sonnenstürme können unsere Stromnetze, den Funkverkehr oder Navigationssignale beeinflussen. Satelliten könnten dadurch sogar zerstört werden.

SpaceX verlor zum Beispiel schon Anfang Februar 2022 dutzende Geräte. Diese gerieten durch den Impuls eines Sonnensturms aus der Umlaufbahn und verglühten dann in der Atmosphäre.

Die Daten der Modellrechnungen, die als offizielle Vorhersage des Sonnenzyklus gelten, stammen übrigens vom Solar Cycle Prediction Panel. Darin sind unter anderem die NOAA, die International Space Environmental Services und die amerikanische Weltraumagentur NASA vertreten.

Die Diskussion über den Anteil der sich verändernden Sonne am Klimawandel wird jedenfalls schon sehr lange geführt und ist selbstverständlich nicht von der Hand zu weisen. Klimawandel ist eine feste Größe in der gesamten Erdgeschichte und ein Motor der Entwicklung des Lebens auf unserem Planeten. Ihn nur zu verteufeln, trifft im Grunde genommen nicht die Realität. Allein wir Menschen haben verständlicherweise Angst vor wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen für unsere Zivilisation.

Beitragsbild: pixabay – ralph

Dieser Beitrag wurde erstmalig am 31.05.2022 erstellt.